Universitätsbibliothek

Blog der Universitätsbibliothek (UB) der TU Bergakademie Freiberg

21. September 2022 – Andreas Stumm

Geothermie – die grundlastfähige alternative Energiequelle, auch in Sachsen

Insbesondere die Tiefengeothermie (ab 400 m Tiefe) bietet sich aufgrund ihrer 24/7 – Verfügbarkeit als Wärmequelle, aber gegebenenfalls auch für die Stromerzeugung an. Neben Schneeberg rückt jetzt eine Thermalquelle und der ehemalige Flußspatbergbau im Vogtland in den Fokus.

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel u.a. der “Sächsischen Zeitung” heisst es, dass die “Thermalquelle Neumühle mit ihrem 25 Grad warmen Wasser in der Nachbargemeinde Weischlitz…” derzeit quasi ungenutzt ist. “Bisher wurde es verpasst, diesen unterirdischen Schatz zu nutzen, etwa in Form eines Thermalbades”, sagt Kämpf, der seit Jahrzehnten als Geologe in der Region zu Schwarmbeben forscht. Ein Jahr läuft nun die Testphase des Projektes zur Tiefen-Geothermie – also zur Nutzung von Erdwärme aus bis zu 5.000 Metern Tiefe. Neben dem GFZ Potsdam sind auch Wissenschaftler der TU Bergakademie Freiberg und der Universität Jena involviert.” Quelle: “Artikel “Vulkanismus im Vogtland: Sorgt Magma künftig für warme Stuben?” in der “Sächsische Zeitung” vom 18.09.2022

In der UB Freiberg sind ebenfalls Informationen zu dieser Quelle bei Neumühle im Vogtland vorhanden, inkl. einer Analyse von 1990, in der Publikation “Mineral- und Thermalwässer in Sachsen“. Und die erste offizielle Informationen zu dieser Quelle dürfte “Eine neue Mineralquelle im südwestlichen Vogtland und Bemerkungen zum Granitmassiv von Eichigt-Schönbrunn”, Autorin/Autor:  Schützel, Heinz, Hösel, Günter sein, die in  der “Zeitschrift für angewandte Geologie”, Bd. 8 (1962), S. 404-408 : Ill., Tab. ISSN 0044-2259 enthalten ist. Diese Zeitschrift steht bei uns in der UB Freiberg im Lesesaal (bitte an der Auskunft nachfragen – ab 9:00 Uhr).

Weitere Bestände der UB zum Thema sind u.a. “Flußspatlagerstätten des SW-Vogtlandes: Schönbrunn, Bösenbrunn, Wiedersberg“, “Tiefengeothermie Sachsen” inkl. Schneeberg vom sächsischen LfULG  sowie die Blogeinträge “Eifel & Vogtland: zukünftiger Vulkanismus?” und “Projekt „Li+Fluids“ zu geothermalen Lithium-Potenzialen in Deutschland
PS: Informationen zur Prospektion hinsichtlich Tiefengeothermie in Schneeberg sind u.a. “Three-dimensional focused seismic imaging for geothermal exploration in crystalline rock near Schneeberg, Germany” von Felix Hloušek,Olaf Hellwig,Stefan Buske  (im Campusnetz oder via VPN mit dem Profil “world-ad”)

22. Juli 2022 – Dana Kuhnert

Wasserstoffatlas Deutschland online

Um Deutschlands Wirtschaft und Industrie auf Wasserstoff umzustellen, brauchen wir eindeutige Informationen darüber, welche Wasserstoff-Kapazitäten bereits vorhanden sind und wo zukünftig weitere Möglichkeiten existieren, d.h. konkret:

  • Welche Anlagen gibt es bereits?
  • Wo sind neue Anlagen geplant?
  • Wo lohnt sich der Einsatz von Wasserstoff-Technologien und wo nicht?
  • Wo können welche Potenziale zu welchen Kosten gehoben werden?
  • Welche CO2-Einsparungen sind wo möglich?
  • Welche Wertschöpfungsketten sind vorhanden oder zukünftig möglich?
  • Wo gibt es welche Beschäftigungspotenziale?

All diese Fragen beantworten Forschende mit dem Wasserstoffatlas. Er bildet eine wissenschaftlich fundierte Basis, um Potenzial, Verbrauch, Kosten und Emissionsminderungen verschiedener Wasserstoffanwendungen für Wirtschaft und Industrie in einzelnen Regionen Deutschlands einzuschätzen. Der Wasserstoffatlas Deutschland wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert.

Weitere Informationen des BMBF zum Wasserstoffatlas und zu nationalen und internationalen Forschungsprojekten zu Grünem Wasserstoff finden Sie hier: https://bit.ly/3OG0sQx

04. Juli 2022 – Dana Kuhnert

Studie zu Wasserstoffpotenzialen in strukturschwachen Regionen Deutschlands

Der geplante massive Ausbau der Wasserstoffwirtschaft könnte vielen strukturschwachen Regionen in Deutschland zugutekommen. Laut der von ETR (Economic Trends Research) und Frontier Economics im Auftrag von Germany Trade & Invest (GTAI) durchgeführten Studie „Wasserstoffpotenziale in den Regionen im Strukturwandel“ haben viele strukturschwache Kreise und kreisfreie Städte ein moderates bis hohes Potenzial für die Wasserstoffwirtschaft. Darunter sind auch im Strukturwandel befindliche bzw. vom Kohleausstieg betroffene Regionen wie einige Gebiete Ostdeutschlands.

Für die Bewertung der regionalen Wasserstoffpotenziale werden drei Kategorien herangezogen: Das Angebotspotenzial (Erzeugung bzw. Import von grünem Wasserstoff, Verteilernetz), das Nachfragepotenzial (Industrie, Verkehr) und das Wissenspotenzial (Erfahrung mit der Herstellung und Nutzung von Wasserstoff, vorhandene Entwicklungs- und Forschungsprojekte etc.). Aggregiert entsteht so das Gesamtpotenzial der einzelnen Regionen.

Die Studie identifiziert vier Cluster von strukturschwachen Regionen, welche für die Einführung der Wasserstoffwirtschaft besonders gute Voraussetzungen erfüllen: Norddeutschland, Berlin-Brandenburg-Lausitz, Mitteldeutschland und Nordrhein-Westfalen mit dem Rheinischen Revier und dem Ruhrgebiet. 

29. Juni 2022 – Andreas Stumm

Trockenheit und (zu) heftige Niederschläge sorgen für Grundwasser-Dürre

In den letzten trocken und warmen Jahren ist in vielen, auch sächsischen, Gebieten der Grundwasserstand deutlich gesunken. Trockene Böden und die darauf niedergehenden Wolkenbrüche und  Gewitter führen häufig zu Erosion & Überschwemmungen, füllen den Grundwasser-Vorrat aber nicht effektiv auf. Mit der fortschreitenden Erwärmung der Atmosphäre nehmen solche warmen/heissen Tage und damit auch die Starkniederschläge zu. Grundwasser ist aber in unseren Breiten auf absehbare Zeit unabdingbar für Landwirtschaft und Natur. Grundwasser ist ebenfalls eine wichtige Quelle für unsere Flüsse und Seen.

Im Vortrag “Die unsichtbare Dürre. Grundwasserneubildung und -beschaffenheit im Wandel” auf Youtube von Prof. Scheytt vom Lehrstuhl für Hydrogeologie und Hydrochemie  wird dieses Phänomen erläutert.

Die “Annaberger Klimatage” sind eine bundesweite Tagung zum regionalen Klimawandel und werden u.a. vom Klima-Fachzentrum des Sä. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, der TU Bergakademie Freiberg (u.a. Prof. Matschullat)  und weiteren Institutionen veranstaltet.

Trockene Jahre mit entsprechenden dramatischen Folgen besonders für die Landwirtschaft gab es auch früher, wie die “Hungersteine”  der Elbe drastisch zeigen.  Aus der wärmeren Gegenwart & Zukunft lässt sich eine Zunahme solcher niedrigen Wasserstände ableiten.

Das Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft hat aktuelle Informationen speziell zum Niedrigwasser.

Hier geht es zu den Informationsressourcen unserer UB zum Zusammenhang von Klimawandel und Grundwasser.

27. Juni 2022 – Dana Kuhnert

Energieversorgung dank deutsch-australischer Wasserstoffbrücke zu wettbewerbsfähigen Preisen möglich

Für die Energieversorgungssicherheit Deutschlands spielt Wasserstoff aus Australien eine wichtige Rolle.

Das deutsch-australische Wasserstoffprojekt HySupply untersucht seit Ende 2020 im Auftrag der deutschen und der australischen Bundesregierung die Machbarkeit einer Wasserstoffbrücke zwischen Deutschland und Australien. Das Projekt wird von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften in Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) koordiniert.

Das Zwischenergebnis dieser Studie zeigt, dass der Import von nachhaltig produziertem australischem Wasserstoff in großen Mengen technisch und ökonomisch machbar ist – trotz der enormen Entfernung. Für einen effektiven Aufbau der Wasserstoff-Lieferketten muss die EU ihre Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich vereinfachen, z. B. für Importterminals oder eine effektive Verteilerstruktur innerhalb Europas.

Die Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie sollen den Grundstein für die Entwicklung eines globalen Wasserstoffmarkts legen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt in der Projektlaufzeit von 2020 bis Ende 2022 mit über 1,7 Millionen Euro. Für Australien koordiniert ein Konsortium unter Leitung der University of New South Wales die Studie. Die Förderung übernehmen das Department of Foreign Affairs and Trade sowie das Department of Industry, Science, Energy and Resources.

Weitere Informationen und den Zwischenbericht  dazu finden Sie hier: https://bit.ly/3yhXOLG

04. Mai 2022 – Andreas Stumm

Südharz Kali GmbH: noch in 2022 Standortwahl; wg. Ukraine-Krieg sind Russl. und Belarus als bedeut. Kali-Lieferanten vom (westl.) Markt

Laut einer Pressemeldung der DPA vom 03.05.2022 in der “Zeit” will die Südharz Kali GmbH nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr einen Standort für ein neues Kali-Bergwerk in Nordthüringen vorschlagen.

Der Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Sanktionen nehmen mit Russland und Belarus quasi zwei bedeutende Kali-Produzenten vom Markt. Beide Länder hatten in 2019 einen Anteil von 37,5 % der weltweiten Reserven. Quelle: Statista

Auswahl der UB zu Kali in Thüringen.

 

20. April 2022 – Andreas Stumm

LNG – Literatur und News zum Thema Flüssigerdgas

Aufgrund der steigenden Aktualität des Themas LNG – liquified natural gas / Flüssigerdgas hier ein paar entsprechende Informationsressourcen aus unserer Bibliothek zu technischen und ökonomischen Hintergründen.

Ein guten Einstieg stellt das Buch “LNG: a nontechnical guide” dar.

Aus technischer Sicht bietet das e-book “Handbuch für den LNG- und CNG-Praktiker: Liquefied Natural Gas in der Anwendung” von 2020 eine fundierte Darstellung rund um Flüssigerdgas-Anlagen. Behandelt werden u.a. Anlagengestaltung und -größe, Bau und Funktionen sowie Sicherheitsmaßnahmen für LNG-Anlagen.

Mehr zur Ökonomie & Statistik finden Sie bspw. in:

European gas market developments: assessment of market trends in liquefied natural gas” der United Nations Economic Commission for Europe von 2017.

Datensammlung der US Behörde “Energy Information Administration” mit Informationen bezüglich LNG für einzelne Länder wie Quatar, Russland… etc., Liste unter : https://bit.ly/36tly4m

der Datenbank “Statista” – mit einer Auflistung verschiedenster statistischer / ökonomischer Informationen zu LNG.

der wirtschaftswissenschaftlichen Datenbank „WISO“ mit Volltextzugriff auf aktuelle Fachzeitschriften, Pressemitteilungen und Firmeninformationen zum Thema LNG.

Zugang zu unseren Online-Ressourcen wie Datenbank und e-books erhalten sie über das Campusnetze oder via VPN mit dem Profil „world-ad“. Infos dazu hier.

Ihre FachrefentInnen der UB Freiberg

08. April 2022 – Dana Kuhnert

Kostenloser Zugriff auf E-Books zum Ukraine-Konflikt

Englische Version
Befristet bis zum 30. Juni 2022 stellt die Universitätsbibliothek einen kostenlosen Zugriff auf etwa 350 E-Books verschiedener Verlage zum aktuellen Konflikt rund um die Ukraine bereit.

Diese E-Books sind im Bibliothekskatalog recherchierbar und im Campusnetz zugänglich. Hier geht es direkt zu den Suchergebnissen im Katalog.

Bei Fragen zu diesem Angebot wenden Sie sich gern an:


Free access to e-books on the Ukraine conflict

Limited until 30 June 2022, the University Library provides free access to around 350 e-books from various publishers on the current conflict surrounding Ukraine.

These e-books can be searched in the library catalogue and are accessible in the campus network. Click here to go directly to the search results in the catalogue.

If you have any questions about this offer, please contact:

20. Januar 2022 – Alexandra Illgen

Neuentwickelte, umweltfreundlichere Batteriezellen

Batterieproduktion gilt aufgrund ihres Ressourcen- und Energiebedarfs weiterhin als Achillesferse der Elektromobilität. Daher treten viele Akteure entlang der gesamten Batteriewertschöpfungskette mit spannenden Innovationen in Erscheinung:

Ein Ziel verfolgen alle gemeinsam: Steigerung der Attraktivität der E-Mobilität und damit ein entscheidender Beitrag zur Klimaneutralität im Verkehr.

18. Januar 2022 – Dana Kuhnert

Uranbergbau und Umweltschäden im Erzgebirge

Die DDR war nach dem 2. Weltkrieg einer der größten Uranproduzenten weltweit. Dieser Rohstoff diente als Grundlage für sowjetische Atomwaffen. Das Staatsunternehmen Wismut fördert ca. 220.000 Tonnen des radioaktiven Materials. Die Folgen für Mensch und Natur sind bis heute u.a. im Erzgebirge spürbar. Der Rückbau kostet bisher 7 Mrd. Euro.

Einen interessanten Beitrag über den Uranbergbau im Erzgebirge, die daraus entstandenen Umweltschäden und die Kosten des Rückbaus des Uranbergbaus kann man auf Deutschlandfunk Kultur hören: https://www.deutschlandfunkkultur.de/uran-erzgebirge-kosten-100.html Der Freiberger Professor für Volkswirtschaft und Umweltökonomik Prof. Dr. Dirk Rübbelke äußert sich in einem Kommentar zu den enormen Kosten der Wismut-Sanierung.

Die UB Freiberg hat verschiedene Titel zum Uranbergbau im Bestand.

Literatur zur Wismut: https://bit.ly/3FBzXqQ

Literatur zum Uranbergbau bzw. zu Uranlagerstätten im Erzgebirge: https://bit.ly/3Gzx8Yu

Bildquelle: Bergarbeiter der SDAG Wismut, 1957 , Von Schlegel, Bundesarchiv, Bild 183-50115-0001 / CC-BY-SA 3. , https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-50115-0001,_Bergarbeiter_mit_Bohrmaschine.jpg